Intelligenz ist, sich Veränderungen anzupassen

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Intelligenz ist, sich Veränderungen anzupassen

Wenn Stephen Hawking, als berühmter Wissenschaftler im Rollstuhl mit degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems, sagt: Intelligenz ist, sich Veränderungen anzupassen, dann spricht da einer aus Körpererfahrung.

Im Tanz, in der Bewegungsarbeit, in HKIT und Dancing Dialogue öffnet sich ein großes Spielfeld die Veränderungen in unserem Leben zu sehen, anzunehmen und etwas Neues zu wagen. Besonders der Tanz nach dem freien Bewegungsimpuls, der mit der Aufmerksamkeit auf der Atembewegung beginnt fordert uns heraus Veränderungen zu folgen.

Für den Tanz braucht es ein klar umrissenes Spielfeld. Alles, was sich in diesem Blickfeld in der Zeit des Tanzens abspielt gehört zu unserem Tanz und ist Teil unseres Interesses. Sei es nun die Bewegung der Kumuluswolken am strahlend blauen Himmel oder ein Platzregen, der auf uns hernieder geht, seien es die Schreie der über uns kreisenden Milane oder ein aufkommender Sturm, ein paar Spaziergänger, die unseren Ballsaal im Freien kreuzen oder eine Mittänzerinnen, die wütend beginnt aufzustampfen und zu toben.

Gleichzeitig ist unser Interesse nach innen gewandt, der Rhythmus des Atems, die Bewegung im Becken, die sich über das Rückgrad in die Schulter fortsetzt, eine Drehung im Sprunggelenk, ein sich nach vorne Beugen und ausatmen bis der Atem zum Ton wird, zur Melodie.

Tanzzeit ist Begegnungszeit. Begegnung entsteht aus Bewegung, kommuniziert mit dem Innen und dem Außen. Tanzend sind wir ganz im Flow und dazu gehört das Spiel an der Grenze ebenso wie das Versinken in der Tiefe oder das Hineinfließen in die Landschaft.

Während ich das schreibe sehe ich die Bilder der DVD Could you hear the Ghosts?, vor mir, die ich gerade angesehen habe. Elke Wagners Blick begleitet eine Gruppe Tänzerinnen im Hochland von New Mexiko durch ein schmales Flusstal, Box Canyon. Die überwältigende Landschaft des Rio Grande Tals in den Rocky Mountains, die bunten Felsformationen, die karge Vegetation. Die Bewegungen der Tänzerinnen in denen sich die Landschaft zeigt. Der tänzerische Dialog der sich da entspinnt. Die Aufnahmen sind von 2004. Das ist lange her und es erstaunt mich, wie ich über die Bewegungen der Tänzerinnen in Sekundenschnelle körperlich eintauchen kann in die Bewegung dieser Landschaft.

Falls Ihr diese faszinierende Dokumentation unserer tänzerischen Arbeit nicht zu Hause habt, bestellt sie Euch heute noch im Institut. DVD Could you hear the Ghosts?, zur DVD gehören vier Kurzgeschichten in einem Büchlein, in denen es um die Verwandlung geht im Tanz, um das, was in dem Moment mit uns passiert, wenn der Tanz beginnt. Es ist eine Anleitung und eine Einladung zum Tanz.

Ich muss im Schreiben an Aschenputtel denken und wie sie den Ballsaal betritt, wie sich ihre Welt verändert durch diesen Schritt, der Prinz, die Mutter, die Schwestern, alles wird zur Nebensache in diesem Augenblick der Verwandlung. Im Tanz erfährt sie sich selbst.



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