Vida boa – Das gute Leben

Vida boa – Das gute Leben

Mein erster Ausflug auf der Insel wird zu einem Mini Artist in Residence Projekt. Ich bin mit einem der Kinder unterwegs, die bei uns tanzen. Elano, 7 Jahre alt. 1. Klasse.

Wir haben 30 Grad und das Meer ist pipiwarm. Nachmittags gehe ich mit den Kindern schwimmen. Es ist ein Unding, dass sie in der Schule keinen Schwimmunterricht haben. Bei meiner Ankunft hat ein Sondereinsatzkommando der Marine gerade einen 15 Jährigen, vom Dorf, am anderen Ufer des Delta aus dem Wasser geborgen. Tod durch ertrinken. Es gibt gefährliche Strömungen und das Delta des Rio Una, Schwarzer Fluss, ist 90 Meter tief. Una ist, wie viele Landschaftsbezeichnungen ein Tuppi Wort und heißt schwarz. Der Fluss bringt bei Ebbe viel Erde aus den Mangrovenwäldern an seinen Ufern mit, die sein Wasser dunkel werden lassen.

Vor einigen Monaten sah ich eine kurze Meldung im deutschen Fernsehen über eine Ölpest an der Ostküste in Brasilien, das ging etwas unter bei den vielen Berichten über die verheerenden Amazonasbrände. Gestern erlebte ich die Auswirkungen am Strand. Die Kinder machten mich auf kleine Teerflöckchen im Wasser aufmerksam und auch am Spülsaum des Wassers ist ein dunkler Streifen sichtbar.

Leider wird unter Präsident Bolsonaro solchen Umweltkatastrophen nicht nachgegangen. So weiß man bis heute nicht, woher die Ölpest kommt. Vermutet wird ein venezuelanisches Frachtschiff, aber es könnten ebenso chinesische Probebohrungen vor der Küste nach Erdöl gewesen sein? Das Meer ist geduldig und wo kein Schuldiger ausgemacht wird, da gibt es auch keine Wiedergutmachung … das fehlende Umweltbewusstsein, das ist die wahre Katastrophe. Vom Plastikmüll will ich jetzt nicht auch noch erzählen.

So sieht es aus im Paradies … it‘s of Plastic, it‘s phantastic, singt Barbie in ihrem Song und das schon vor 30 Jahren. Vida boa e na Gamboa … das gute Leben ist in Gamboa.

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