Die letzten Tage, bevor die Sommerferien beginnen, findet das große Schulfest statt. Alle Klassen performen auf dem großen Platz des Dorfes, vor der katholischen Kirche und dem Supermarkt. Ein wichtiger Kontakt, für unser Artist in Residenz Projekt, mit Lehrerinnen und Direktorin der Schule.

Was mir auffällt sind die vielen Tiere, die da aufgestellt sind. Es erinnert mich an unsere letzte New Mexico Reise. Dort waren wir zu einem Tiertanz in einem Pueblo. Die Tiere wurden, zu meiner Überraschung, nicht mehr von Erwachsenen verkörpert sondern von Kindern, deren Opas die Trommeln zum Tanz spielten. Die Erwachsenen waren zur Arbeit und hatten keine Zeit mehr für Hirsch- und Büffeltänze.

Ich erinnere mich an meine Kinderfeste in den 1950igern, da war besonders beliebt, die Vogelhochzeit. Auch da Kinder und Tiere. Amsel, Drosel, Fink und Star … der Pfau mit seinem bunten Schwanz … die Lerche, die führt die Braut zur Kärche … . Da kommen mir Gedanken an die Amazonasindianer und ihre Verbindung zu den Vögeln des Urwalds, aber auch zum Verlust unserer Verbindung zur Natur, den Waldbränden im Amazonasbecken und dem Vogelsterben auf unseren Äckern, ich vermisse die Lerchen bei meinem Spaziergang durch die Maiswälder.

Meine Vermutung ist, dass die alten Tanztraditionen, wie der Tiertanz, nur noch bei den Kindern überlebt. Die Erwachsenen haben sich längst anderem zugewandt.

Schon seit längerem interessiere ich mich daher für Kinderspiele und Kinderreime, wie auch eben für Märchen, in denen sich Geschichten aus grauer Vorzeit bewahrt haben, wie das Spiel Ist die schwarze Köchin da oder das Figurenwerfen und das Frau Holle Märchen. Da finden sich Informationen zu tradierten Initiations- und Tanzritualen wieder, wie sie indigenen Völker noch bis gestern praktizierten.

Eine Welt, die bald ganz vergessen sein wird. Was für ein unbeschreiblicher Verlust der Verbindung zur Natur.

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