Hier das Feedback von Julia

Liebe Gabriele, diese Tänze sind der Hammer!! – mein Favorit ehrlicherweise die Australierinnen – die wirkten auf mich so „in der Ruhe liegt die Kraft“ – während die Maori eher auf Angriffslust – auf mich recht aggressiv im Ausdruck wirkend – setzen.

Aber am Ende – das hat mich nochmal sehr berührt und überhaupt, dieses Ritual vor Beginn eines Wettkampfes lässt diesen gerade untergehen – wer will nach diesem Auftritt noch ein Ruckby-match anschauen!!?

Sehr beeindruckend.

Ich kann aber durchaus mit dem Schrei – wie Sylivia es beschrieb – was anfangen: einfach laut und kraftvoll, aus innen heraus (:: nicht lautes kreischen!) – das ist bestimmt sehr befreiend. J.H.

Ja, das Video im vorausgegangenen Blog wirft die Frage auf, wie heraustreten mit unserer Kraft? Maori und Aborigines unterscheiden sich da beträchtlich, auch Männer und Frauen, zumindest bei den Maori. Die Beinstellung, bei den Männern breit und tief in der Grätsche, bei den Frauen sind die Beine viel enger, sie gehen nicht so tief … bei den Australierinnen spielt ein Mann das Didgerido, weil es traditionell Frauen nicht erlaubt ist. Ihre Bewegungen allerdings finde ich nicht unterschiedlich zu denen der Männer. Die Aborigines verkörpern einen anderen Typus von Krieger, mehr Jäger auf der Pirsch, mehr sich anschleichen, sich mit den Tieren verbinden, weniger Machtdemonstration wie bei den Maori, dabei genauso kraftvoll.

Die Frage bleibt, wo schränkt uns unsere Herkunft, unsere Kultur als Frau ein, in die Vollen zu gehen? Bewegung, Mimik, Stimme. Sylvia und Julia sind beide angetan von den kraftvollen, lauten Stimmen. Wo halten wir uns zurück? Wo bleiben wir weit hinter unseren Möglichkeiten zurück? und was lernen wir für die HKIT daraus?

Ich denke an drei Themenbereiche in den HKIT dabei.

  1. Gerda Boysens Modell des U-turn
  2. Xango, Ogum und Yansa, die kriegerischen Orixa im Candomble
  3. Einzelarbeit zum Selbstwert
  1. Gerda Boysen schilderte gerne den therapeutischen Verlauf am Modell des U- Turns. Vom STEIN, der nichts spürt über den KRIEGERin, die sich aufmacht für sich zu kämpfen, zum TROUBELD SUNSHINE, dem betrübten Kind, der PRINZESSIN AUF DER ERBSE, die durch zehn Matratzen hindurch noch eine Erbse stört. Im U-Turn, da wo der Therapieverlauf eine Kehrtwende macht, da wo wir leicht aus der Kurve getragen werden in die Arme von hilfreichen Mamas und Papas, von denen wir uns sagen lassen, wie es geht und dabei zu unmündigen Gläubigen werden. Schaffen wir es, auf dem Weg zu bleiben gelangen wir zum SPIRITUELLEN KRIEGERin, sie findet neue gewaltfreie Wege sich für das eigene Wohl und das der anderen zu engagieren (Ghandi in uns) und am Ende der Entwicklung steht der Diamant, klar und durchlässig. Diese beiden Krieger- oder Heldencharaktere des U-Turn haben mich lange beschäftig, wie soll das gehen?, wo bleiben die weiblichen Vorbilder? Gisela Notz stellt uns jedes Jahr in ihrem Kalender Wegbereiterinnen solche weiblichen Krieger oder Helden vor. Für mich liegt im Haka ein Aufruf, diese Kriegerin in uns zu wecken.
  2. OGUM, XANGO, die Männer von YANSA sind KRIEGER, ihnen erkennen wir das Recht zu Krieger zu sein. Ich weiß nicht seit wann, doch irgendwann in der Geschichte der Patriarchalisierung nahmen sie der KÄMPFERIN YANSA das Beil aus der Hand. So verkam die mächtige Wettergöttin YANSA, die die Blitze mit ihrer Doppelaxt an den Himmel schleudert zur keifenden Ehefrau, die sich endlos mit ihren Männern streitet und dabei ihre Macht an sie abgibt. Diese Geschichte zeigt uns, was im Alltag so mancher Frau bis heute passiert.
  3. Viele Frauen wissen gar nicht, was sie da tun und was sie machen können. Denn machen hat mit Macht zu tun. Die Kehrseite der Medallie ist die Ohnmacht, die Depression. Um wieder zu Kräften zu kommen braucht es, dass wir unseren Rhythmus wieder entdecken. (Tarantella) Dass wir aufhören uns selbst klein zu machen in Gedanken und Worten und neue, kraftvolle Glaubenssätze (Affirmationen) für uns finden und sie verkörperlichen. Manchen Frauen fällt es leichter, das über ein Tier, Krafttiertanz, oder über eine Maske, Maskentanz, zu tun, weil es einfach unglaublich scheint, dass wir diese enormen Kräfte in uns als Frau tragen.

Damit habe ich schon verschiedene Wege des HA KA IH TE aufgezeigt. Tanztraditionen anderer Kulturen studieren, Rhythmusarbeit mit dem ganzen Körper, auftreten, erden, im eigenen Körper beheimatet sein, die eigene Stimme wieder finden, das was lebendig ist in uns mitteilen. Atem, Stimme, Worte, Sprache. Dabei merken wir, wie unterschiedlich es sein kann, die eigenen Möglichkeiten zu erweitern, über sich hinaus zu wachsen. Ein spannendes Spiel, ein intensives sich Ausprobieren kann beginnen. Wieviel traue ich mich? Dazu braucht es Verbündete, denn was Frauen möglich ist in ihrer Gesellschaft bestimmen wir selbst.

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