Einzelarbeit HKIT

Einzelarbeit HKIT

Gruppen in HKIT anzubieten ist für viele HKITlerinnen, die in die Supervision kommen, für die letzten zwei Jahre ihre Ausbildung zur Tanztherapeutin HKIT, eine nahe liegende Sache, während der erste Schritt zur Einzelarbeit leicht ins Stocken gerät.

Worum geht es in der Einzelarbeit?

Klientinnen die in die Einzelarbeit HKIT kommen haben oft den Wunsch an sich persönlich zu arbeiten, Zeit für sich und ihren Prozess zu haben, die in der Gruppenarbeit oft begrenzt ist. Als Tanztherapeutin kann ich mich in der Einzelarbeit ausschließlich dieser einen Klientin zuwenden und sie begleiten. In der Einzelarbeit bewegen wir uns auf verschiedenen Ebenen:

Ebene 1 Tanzen: Wir können tänzerisch arbeiten z.B. mit dem Freien Bewegungsimpuls oder mit einem Tanzritual HKIT und anschließend über das Getanzte sprechen.

Ebene 2 Reden: Wir können über ein Thema, das die K. einbringt reden.

Ebene 3 Körperarbeit: Wir können über Körperarbeit Themen der Klientin auf den Tisch bringen.

Diese drei Ebenen mischen sich meist in der Praxis und es braucht ein gewisses Geschick der TherapeutIn, der Klientin eine der drei Ebenen vorzuschlagen, die zu ihrem Thema passt. Da kommen wir jetzt zu dem zentralen Thema des therapeutischen Arbeitens. Die therapeutische Beziehung.

Ohne dass sich die K. wohl fühlt in ihrer Beziehung zur Th. ist kein Erfolg der therapeutischen Arbeit zu erwarten. Dazu gibt es Untersuchungen von Tschacher, Strittmatter u.a. die ich im Blog vorgestellt habe, die zeigen, das die Methode die in einer psychotherapeutischen Sitzung angewandt wird viel weniger ausschlaggebend ist für den Therapieerfolg, als die therapeutische Beziehung, die über 50% am Erfolg einer Sitzung beteiligt ist.

Das gute Gefühl, da hört mir eine zu, da spürt mich jemand, da werde ich verstanden, „hier bin ich Mensch, hier darf ich sein“, wiegt also viel schwerer als irgend eine Methode, die ich in meiner Ausbildung gelernt habe.

Das ist wichtig.

Trotzdem wird in psychotherapeutischen und körpertherapeutischen Ausbildungen viel Wert auf Methoden gelegt, während die Ausbildung therapeutischer Qualitäten der therapeutischen Persönlichkeit hinten runter fällt. Das ist in den HKIT anders.

Die therapeutische Persönlichkeit in den HKIT

Wir wissen heute über die Existenz der Spiegelneuronen, Freud nannte dieses Phänomen, des sich in den Bewegungen der GesprächspartnerIn sichtbaren aufeinander beziehens, Rapport. Der Rapport ist um so stärker, je sympathischer mir mein Gegenüber ist. Es ist deshalb für den Therapieerfolg besonders wichtig, dass die K. sich ihre Th. nach Sympathie auswählen kann.

Was erwarte ich als KlientIn von meiner Therapeutin?

Damit begann mein persönlicher Weg als Pädagogin und als Tanztherapeutin. Ich reflektierte, was mir gefiel und was mir gegen den Strich ging bei meinen AusbilderInnen, im Tanz, in der Körperarbeit, in der Körperpsychotherapie, in der Einzelarbeit. Ich nahm, was mir schmeckte, den Rest ließ ich stehen. Dadurch entstanden die HKIT und der Erfolg der HKIT gab mir recht. Ich legte in meiner Arbeit Wert auf die persönliche Freiheit jeder einzelnen Tänzerinnen. Auf ein egalitäres Miteinander. Auf Würdigung und Achtung des bisherigen Lebenswegs der Klientinnen und auf die Selbstheilungskräfte, die in jeder von uns schlummern.

Das bestimmte meine Methodenauswahl entscheidend. Ich suchte nach Methoden in der tanztherapeutischen Arbeit, die diese Qualitäten des Hinspürens und Mitfühlens fördern. Sie lagen nicht auf der Straße sondern ich habe sie zusammen mit vielen Tänzerinnen gemeinsam entwickelt und erforscht und bis heute ist es zentral in der HKITArbeit von mir und meinen Kolleginnen, die Methoden dem therapeutischen Verhältnis anzupassen und nicht umgekehrt.

Die pädagogische und therapeutische Persönlichkeit entsteht zu einem großen Teil aus Nachahmungslernen. Das ist die Quintessenz der Spiegelneuronenforschung. Ich ahme meine Vorbilder nach und suche dabei nach einem eigenen Stil. Das braucht Zeit und Freiräume und Austausch und fühlt sich an wie ein gemeinsamer Tanz, in dem die eine die andere mehr oder weniger spiegelt. Allmählich treten in der Ausbildung die Vorbilder zurück und die Beziehung zur Klientin tritt in den Vordergrund. Ein gemeinsamer Tanz entsteht. Ein Tanz der glücklich macht.

So ungefähr könnte ich die Entwicklung der therapeutischen Persönlichkeit in den HKIT beschreiben. Natürlich kommt ein ständiges Sichfortbilden dazu. Ein eigenes Wachstum, die Auseinandersetzung mit anderen Ideen, ein erweitern meiner Kenntnisse und meines Bewusstseins. Neugierig sein, über den Tellerrand der eigenen Arbeit hinausschauen, neue Spiegelbilder ausprobieren.

Diese Erlaubnis zur Neugier und zum Ausprobieren dürfen beflügelt mich und ist Ausdruck meiner Lebendigkeit, meiner therapeutischen Persönlichkeit.

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