Global Water Dance Vorbereitungen DD

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Global Water Dance Vorbereitungen DD

Dancing Dialogue auf Rügen, das war unsere Ausgangsbasis. Yvonne Middelborg HKIT hat uns in ihr Dreaming eingeladen zum Tanz. Zehn Tänzerinnen sind angereist und unsere ersten Tanzschritte galten der Ostsee, der sich in die Weite öffnenden Landschaft auf Rügen, meerumschlungen. Erst einmal dieser Größe begegnen mit großen und immer weiter werdenden Bewegungen am Ufer. Dies blieb vier Tage lang unser Anfangsritual.

Wie Ihr auf den Fotos seht, war das Wetter mal sonnig und warm, mal stürmisch und kühl. Das lässt mich an die Text von Elena Ferrante denken, die ich als theoretische und künstlerische Grundlage unserer DD Tage an die zehn Tänzerinnen im Voraus geschickt hatte. Siehe hierzu im Blog ein paar Einträge früher die Zitate aus Frantumaglia, Suhrkamp 2019.

Zeigen, dass sich alles beständig formt und verformt, will Elena Ferrante in ihrem weltbekannten Roman, Die geniale Freundin. Zitat von S 474f Frantumaglia. Das kommt unserer tänzerischen Arbeit in DD mit dem Freien Bewegungsimpuls sehr nahe. Hier machen wir die Erfahrung des beständigen Formens und Verformens unserer Bewegung.

Im Gegensatz dazu steht der Bewegungsstereotyp. Stereotypen geben uns Sicherheit. Im Spannungsfeld dieser Bewegungsmöglichkeiten tanzen wir. Zitat 475 … „ Die anderen stoßen, wie ich sagte, im weitesten Sinne ständig gegen uns, und wir tun dasselbe mit ihnen. Unsere Besonderheit, unsere Einzigartigkeit, unsere Identität bekommen ständig Risse. … Wenn man es genau betrachtet, sind diese destabilisierenden Stöße das, was uns ausmacht, die Stöße, die wir erleiden und austeilen, … „

Am ersten Tag am Meer tanzen wir nicht mit Partnerinnen sondern alleine. Zu spüren sind nur sanfte Stöße vom Wind, wenn wir ihm unsere Handflächen entgegen halten. Ein sanfter Widerstand, der den Wind zum Tanzpartner macht und neue Bewegungen aus dem Dialog kreiert. Eine andere Tanzpartnerin ist die Erde. Sand, der nachgibt, harter Stein, vor 18 000 Jahren beim Rückzug des Gletschers nach Norwegen hier zurück gelassen.

Manche Tänzerinnen zieht es auf die Erde, auf der letztendlich auch die Meere unseres blauen Planeten liegen.

Diese intensiven Begegnungen im Dialog mit sich selbst, dem Meer, dem Wind, der Erde führen mich zu einem weiteren Zitat von Elena Ferrante, 397. „ … Beim Schreiben habe ich zwei Ziele: zu erzählen, was ich weiß, und gleichzeitig zuzulassen, dass alles, was ich nicht weiß, seinen Weg in die Erzählung findet. …“

Beim Betrachten der Fotos lässt sich etwas davon erahnen, wie das, was die Tänzerin nicht weiß, Eingang in ihren Tanz findet, wie wichtig so ein Break im Tanz ist, ein Innehalten im Bewegungsfluss, ein Hinhören, welche Räume sich da für uns Tänzerinnen und für die Zuschauenden erst öffnen können.

Morgen schreibe ich weiter über den künstlerischen Austausch mit den Texten von Elena Ferrante und unserem Tanz an der Ostsee. Hier noch die Schlüsselworte die ich aus den Zitaten der Ferrante gesammelt habe. Einige davon habe ich oben bereits angesprochen.

Keywords

Verwirrung

Vielfalt von Eindrücken

Überfülle

Durcheinander

Wirbelsturm

Brodelndes Magma

Getöse

Konturverlust

Stereotypen

Atem

Körperempfindungen

Gefühle

Worte, Sprache

Wunde

Instabilität

Nichtwissen

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