Künstlerische Positionen.

Künstlerische Positionen.

Am Telefon frage ich MMP, was ist für Dich Kunst. Sie antwortet wir machen nicht Kunst, wir sind Kunst.

Gestern lese ich über Maria Lassnig in dem Katalog Zwiegespräche, Dialogues, Hrg.innen, Hörschelmann, Haldemann, 2017:

Dazu malt sie folgende Gefühlsbüsten …

Es ist mir spannend künstlerische Positionen von bildenden KünstlerInnen mit unseren tänzerischen Erfahrungen zu vergleichen. Maria Lassnig malt Nähe am Körper und doch sind mir die meisten ihrer Bilder fremd, empfinde und erlebe ich Körper anders. Doch es gibt Bilder von ihr, die treffen mich. Da passt alles eins zu eins.

Ich forsche dem nach und finde bei Miriam Cahn eine mögliche Antwort auf diese Differenz, sie weißt auf die besondere zeichnerische Begabung bei sich und bei Lassnig hin und die künstlerischen Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben. „So wichtig es ist, dass man seine Instrumente beherrscht, man darf nicht der Routine Verfällen. Ich selbst habe mich daher dem Zeichnen auf riesigen Formaten zugewandt, bei dem ein gewisses Maß an Kontrolle wegfällt. Lassnig hat sich auch genau für diesen Verlust an Kontrolle interessiert. Wenn man liegend malt, dann spielt der Zufall eine große Rolle. Man muss Hindernisse einbauen, sonst wird die Arbeit zu gefällig.“ aus Zwiegespräche S 52/53

Die Bilder Lassnigs, die mich treffen lassen etwas von diesem Verlust der Kontrolle erkennen. S 87

Wie dieses Selbstportrait von 1960. Sylvia Borrink spricht in ihrem künstlerischen Statement im letzten Blogbeitrag von den Tools, dem Handwerkszeug das es zu erlernen gilt um Die Zuschauer im DD anzusprechen und genau da Schrauben wir im Tanz entlang an dieser Berührungsfläche von Tools und von Kontrollverlust.

Deshalb ist mir die Trancearbeit, der bewusste Tanz mit anderen Wirklichkeiten in den DD ebenso wichtig wie in den HKIT. In den DD wird der Tanz mit alternativen Wirklichkeiten zu einer künstlerischen Notwendigkeit. Die Tools sind wie der Schlüssel für das Schloss das die künstlerische Position aufsperrt und zum Eintreten auffordert.

Diese Dialogfläche der Berührung wird in der Kunst zum Begegnungsraum, im Tanz zum Ballsaal in dem sich Publikum und TänzerInnen treffen können.

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