… und gucken, wohin mich die Kunst dann so führt …

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… und gucken, wohin mich die Kunst dann so führt …

Hier die Infos zu den Aktionen heute in HH unter der Überschrift „Der Feminismus ist nicht abgeschafft“

https://www.zeit.de/hamburg/2019-03/frauenstreik-feminismus-streik-gleichberechtigung

Wie sieht es aus mit unserem Mut unser Frausein selbst zu definieren? Ich erinnere Bücher wie „Frauen führen anders“. Wie sieht unsere Welt aus, wenn wir uns aktiv einmischen, beteiligen? Aber sind das die richtigen Worte für über 50% der Weltbevölkerung? Wo ist der Mut uns zu leben in Familie und Beruf? Frauen führen anders, aber wie? Frauen tanzen anders, Frauen choreografieren anders, Frauen therapieren anders, Frauen unterrichten anders, aber wie?

Mit dieser Frage im Gepäck bin ich vor 40 Jahren HKIT begegnet und habe viele Mitstreiterinnen gefunden, die sich mit mir auf den Weg machten dieses „anders“ zu füllen bis es zu einem selbstverständlichen Teil unseres Lebens wird. Da geht es erst einmal um demokratische Spielregeln. Nicht Abstimmung sondern miteinander reden, sich begegnen, sich austauschen, schauen, wie es gemeinsam gehen kann, das wurde uns wichtig. Nicht eine Definition von Tanz die von außen kommt sondern gespürt unserem Innen entspricht.

Deshalb interessierte mich, was die DD Tänzerinnen im März 2019 als Kunst verstehen, nach dem Beitrag am 6. März „Was ist Kunst“, wo es um die Kunst der inneren Mitte geht, meldet sich heute Sylvia Borrink, zu Wort und schreibt mir:

Was ist Kunst?

Als erstes kommt mir in den Sinn, dass Kunst etwas mit Gestaltung zu tun hat. Das kann alles sein: tanzen, singen, sprechen, malen, ein Haus bauen, einen Garten anlegen, kochen, waschen, Ordnung / Struktur schaffen….

Auch, wenn es bestimmter Anleitungen/Vorgaben und notwendigen Handwerkszeugs bedarf, um etwas zum Ausdruck oder in eine Form zu bringen, wird doch jeder seine Individualität, sein Wesen mit einbringen, mag es auch nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich sein. Somit hat Kunst auch etwas mit Kreativität zu tun, d.h. für mich, dass jeder Mensch ein Künstler ist, denn jeder ist auf seine eigene Weise kreativ, weil er Dinge auf seine ganz eigene Art und Weise handhabt.

Durch Gestaltung wird etwas von innen nach außen gebracht, vom Unsichtbaren ins Sichtbare oder auch umgekehrt. (Umgekehrt z.B., wenn ich mich bewusst an das Gefühl erinnere, an einem kühlen Wasserfall zu stehen, um mir im Sommer Abkühlung zu verschaffen, wenn grad kein Wasser in der Nähe ist). Dann habe ich etwas von außen nach innen gebracht. Auch das ist kreativ und Kunst.

Es scheint also so zu sein, dass ich mit Hilfe von Kunst etwas in etwas anderes umwandle, was mich automatisch schöpferisch sein lässt. Das Ergebnis ist für den Vorgang als solches erst einmal nicht wichtig. Kunst ist in ihrer Essenz lebendig und spielerisch und bedarf daher keiner Bewertung, was ein enormes Freiheitsgefühl schenkt. Gerade denke ich, dass Kunst eigentlich alle Eigenschaften der Primärpersönlichkeit in sich trägt. Neugierde, Freude, Lust am Ausprobieren und Forschen…

Die Umsetzung der künstlerischen Essenz kann wiederum auch eine Herausforderung sein. Ich denke da z.B. an die Erlebnisberichte des Maskenbaus. Ich selbst erinnere mich an einen Tier-Tanz als Schimpanse, der unglaublich Spaß gemacht hat und den ich gern endlos weitergetanzt hätte, der mich jedoch vorzeitig an die Grenzen meiner Kondition gebracht hat, da mein physischer Körper für die Umsetzung der Bewegungen nicht „schimpansig“ genug durchlässig war.

Wenn wir ein bestimmtes Gefühl darstellen und dem Publikum vermitteln möchten, benötigen wir Tools (z.B. uns selbst spüren, eine Bewegung zuende führen, den Raum nutzen), die uns helfen, das Innere so nach Außen zu transportieren, dass das Gefühl auch tatsächlich überschwappen kann und unser Tanz das Publikum in das Erleben einbezieht. So können selbst Tools Kunst sein. Es macht mir Spaß, darüber nachzusinnen und ich freue mich schon über den Austausch mit euch 😊!SB

Ganz spontan antworte ich Sylvia:

Und mir macht es Spaß zu lesen, was Dir wichtig ist in der Kunst😁😁😁Du sprichst super viele Aspekte an

Gestaltung

Kreativität

Individualität

Gefühle rüber bringen

Publikum mit einbeziehen

Innen und außen

Unsichtbares und Sichtbares

Tools

Ausdruck

Umwandlungsprozess

Neugierde, Freude, Spiel, Forschung

Bewertungsfrei

Nicht ergebnisorientiert

Omg so eine Fülle, wie bringen wir das nur alles unter einen Hut … na, ja, nehmen wir mehrere Hüte oder gar keinen. Hut kommt ja von hüten, Schafe, Gänse oder so … wäre ja auch möglich offene Weidewirtschaft🤣

Danke Sylvia, das ist echtes Kraftfutter … wenn ich nur an die Masken denke😉wir sehen uns😘😘😘

Daraufhin S.B.

Ja, das ist mir beim Schreiben auch aufgefallen! 😂 😂😂Dass immer mehr Aspekte hinzukommen, die ja alle wichtig sind. Da musste ich direkt aufpassen, dass ich mich nicht verheddere und nachher gar nicht mehr weiß, worüber ich eigentlich schreiben wollte, weil ich plötzlich ganz woanders gelandet bin und nicht mal mehr die Weidelandschaft zu sehen ist 😜😂😂😂! Werd ich aber aus Spaß vielleicht mal einfach machen und kucken, wohin mich die Kunst dann so führt….. Das wird mit Sicherheit ein spannender Exkurs! 😃 SB

Ja, wie sähe es aus, wenn wir nicht mehr vorgegebenen Regeln folgen sondern selbst ausprobieren, wie es gehen kann, dass es für uns stimmig ist? Da sind wir dran und da kann sich was anfangen zu ändern. Das hat damit zu tun, die Stimme zu erheben, selber zu bestimmen, womit wir wieder beim Thema Stimme wären. Unter dem Thema treffen wir uns vom 26.-31.3.2019 „Die Stimme der Faszie“. Nach ein bisschen Körperarbeit wissen wir mehr. Zitat FF.

Doch heute erst mal viel Erfolg beim Aktionstag.

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