… oder ein großer Gesang

… oder ein großer Gesang

Stimme das sind ja nicht nur Töne, Klänge sondern auch Worte … Ich erinnerte Brigitte an eine Tanzstudie hier am Strand von Praia do Encanto. Sie hatte sich als Tanzplatz eine Mangrove ausgesucht. Da stand sie auf Ästen und Armen in dem weit verzweigten Mangrovenhain und sagte das Wort „uralt“. 

Das ist schon ein paar Jahre her und doch höre ich Brigittes Stimme noch heute ganz deutlich und es erfasst mich der Schauerm der Tiefe, wenn ich an den Mangroven vorüber gehe. 

Dazu hier Brigitte selber:

“uralt”: ein ganz tiefer Atemzug, als müßte ich von ganz tief unten etwas heraufziehen…. dann da ein Bild von einem starken schrundigen Stamm, in seinem Innern wird Uraltes aufbewahrt und Neues noch verborgen….. Rilke: Aus dem Stundenbuch “Ich kreise um Gott, den uralten Turm und ich kreise jahrtausendelang; und ich weiß noch nicht: bin ich Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang”

Das Wort von Dir hat mich sofort ergriffen…..  Danke! 

Da spiegelt sich für mich die HKIT Arbeit, die Nachhaltigkeit unserer Tanzarbeit, das was ich unter Dreaming verstehe, was nicht unbedingt unseren Herkunftsort meinen muss, vielmehr unser zu Hause sein anzeigt, dort, wo wir uns verorten können, wie Brigitte im Stamm der Mangrove.

Der Text von Brigitte zeigt so viel von den DD Tanzstudien, in dem Atemholen und Eintauchen in das was ist, dem Augenblick absolute Priorität einräumen, ihn aus dem Lauf der Zeit herausnehmen, ihn anschauen und dabei vom Leben selbst erkannt und angenommen werden.

Dazu braucht es die Vorläufigkeit einer Tanzstudie. Die Produktion einer Performance kann das zarte Gerüst dieses Augenblicks nicht halten. Das ist spannend für mich zu denken und gibt mir Mut für unsere Tanzstudien nach Pfingsten an der Ostsee zu Global Water Dance.

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