Die Stimme des Meeres 2

Die Stimme des Meeres 2

Die Stimme des Meeres ist weiblich in unserer Kultur. Sirenen, Nixen, Nymphen … Undine, weiblich und negativ bis hin zu Kunstfiguren wie der Loreley, die ihr blondes Haar verführerisch auf einem Felsen des Rheinischen Schiefergebirges kämmt und so die Schiffer von der Schifffahrt ablenkt und sie mit ihrem Kahn in den Fluten untergehen lässt.

Dieses Frauenbild finden wir bis hin zu den Griechen, die ja angeblich an der Wiege unserer Kultur stehen. Da lässt Homer Odyseus bei den Sirenen Station machen … . Bis hin zum Begriff Nymphomanie müssen wir Frauen uns in unserer althergebrachten Kultur durch einen Wust von männlichen Sexualphantasien durcharbeiten, bis wir auf frauenfreundliche Kulturen treffen, oder sagen wir mal wie im Falle des Candomble, auf Rudimente von frauenfreundlichen Kulturen.

Jemanja, die Königin der Meere, das klingt doch schon mal anders als Neptun. Sie trägt stark mütterliche Züge, das Meer als Nährende und sich vermehrende weibliche sexuelle Kraft, darin liegt Schönheit. Jemanja, nicht zu letzt als die zerstörerische Kraft des Wassers, wie sie sich in Sturmfluten und Überschwemmungen präsentiert. Die Stimme des Meeres?

Zu erst einmal geht es darum, uns unserer eigenen Stimme zuzuwenden. Dem Hören und Gehörtwerden, den Klangfarben unserer Stimme, dem Stimmvolumen. Das ist die Basis, der Ausgangspunkt für jedwede Begegnung mit dem Außenraum. Stimme beginnt mit Atem. Stimme ist eine Bewegung. Wie tanzt sich das? Auf Mikrozelleben? In die Begegnung der Zellmembranen hinein? Wo entsteht Stimme? Wo wird Stimme? Im Kopf? Im Kehlkopf, den Stimmbänder? Im Resonanzraum Rumpf? In den Knochen? Wie nehmen wir unsere Stimme wahr und wie nehmen andere sie wahr?

Ein Stimmbeispiel das mir G. zum Abschluss unseres Kunstaustauschs schickt findet ihr unten. Könnt ihr die Stimme der Gitarre hören, der Klarinette? Nach den ganzkörperlichen Stimmerfahrungen mit diesen Klangwesen kommt mir die Stimme der Sängerin unscheinbar vor, jedenfalls dauert es eine Weile, bis ich mich auf die menschliche Stimme einstelle. Sie klingt so ganz anders … und dann der Moment, wenn die Stimmen sich begegnen, aneinander entlang gleiten, sich schuubbern und miteinander zu spielen beginnen … selten gibt es Musik, die mich so zum mitspielen im Tanz einlädt, die so körperlich ist … .

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