Selbstbestimmung

https://www.change.org/p/kristinahänel-informationsrecht-für-frauen-zum-schwangerschaftsabbruch-219a-behindert-das

Hier ein aktuelles politisches Thema zu Frau & Stimme. Ich bin eine bekennende Abtreibungsgegnerin. Für mich gilt der Grundsatz DU SOLLST NICHT TÖTEN. Genau so bin ich für das Selbstbestimmungsrecht jeder Frau und kann ich nachvollziehen, dass es Gründe gibt für Frauen ein Kind nicht zu bekommen. Diese Gründe liegen für mich zu allererst in unserer kinderfeindlichen Gesellschaft.

Bis heute hat es die Regierung nicht geschafft, genügend Krippenplätze für Kinder zur Verfügung zu stellen, deren Mütter arbeiten wollen oder müssen. Die Verhältnisse in Schulen und Kindergärten sind unerträglich, wie ich von vielen HKITlerinnen, die in diesem Bereich arbeiten, berichtet bekomme. Burnout der sozial Arbeitenden ist an der Tagesordnung.

Viel zu viele Kinder in Deutschland leben in Armut und letztendlich sind es wir Frauen, die den Karren aus dem Dreck ziehen. Ich habe das 10 Jahre erlebt bei der Begleitung meiner altersschwachen Mutter und sehr viele Frauen kennengelernt, die ähnliche Erfahrungen wie ich hinter sich haben.

Wir Frauen brauchen keine Rechtssprechung aus dem Jahr 1933, der Machtergreifung von Hitler. Wir brauchen auch keine religiösen Fanatiker, die uns zurück schicken wollen an den Herd oder uns und unsere Kinder mit sexueller Gewalt bedrohen. Wir müssen unsere Stimme erheben, wollen wir nicht wieder untergebügelt werden. Falls ihr es nicht schon längst getan habt unterstützt diese Ärztin, sie kämpft für uns alle.

Gerade hier in Brasilien fällt mir auf, wie sich Vernachlässigung von Kindern auswirkt. Es gab ja hier vor ca 40 Jahren eine Bevölkerungsexplusion. Die medizinische Versorgung war besser geworden, der Papst verbot die Pille und sonstige Verhütungsmittel und Diktaturen brauchen erst mal Kinder.

So haben nahezu alle 30-40jährigen +10 Geschwister. Ich bin hier im Dorf bekannt mit zwei solcher Familien. Auffallend ist, dass in der einen Familie alle lesen und schreiben können, einen Beruf gelernt haben und sich die Mutter, sie ist heute über 70 um die Enkelkinder kümmert, wenn die Kinder arbeiten und nebenbei noch für einige ihrer arbeitenden Kinder täglich Mittagstisch anbietet. Es gibt keine Alkoholiker oder sonstige Drogenabhängige in der Familie.

Die andere Familie, da gibt es Töchter, die sich hochgearbeitet haben, es gibt aber auffällig viele Söhne unter den 11 Geschwistern, die nicht lesen und schreiben können und fünf sind Alkoholiker. Die Mutter litt an Kopfschmerzen und ist seit einem Jahrzehnt tot. Der Zusammenhalt in der Familie wird durch die erfolgreichen Schwestern hergestellt.

In einem Gespräch mit meiner Nichte, die in London für die Regierung Studien für benachteiligte Kinder prüft stellen wir fest, dass kein Regierungsprogramm die Frage der Vernachlässigung stellt. Mütter vernachlässigen ihre Kinder, wenn es über ihre Kräfte geht, sich um die Kinder zu kümmern. Das ist individuell unterschiedlich von Frau zu Frau.

Ich möchte in diesem Zusammenhang noch den Kindern eine Stimme geben, deren Eltern psychische Probleme haben oder ein Suchtthema haben. Es gibt genügend Literatur in der solche Kinder darüber berichten, dass sie keine Hilfe bekommen, weder von den Nachbarn, der Familie, noch von der Polizei oder sonstigen staatlichen Stellen.

Es raubt mir den Atem, in welcher Not sich Kinder in unserer Gesellschaft oft befinden und welche Arroganz darin liegt, Frauen daran zu hindern selbst zu bestimmen ob sie ein Kind in diese gesellschaftlichen Verhältnisse hinein auf die Welt bringen wollen oder nicht. Kinder für die sie sich für den Rest ihres Lebens verantwortlich fühlen werden. Frauen und Kinder brauchen ganz dringend mehr Gehör politisch. Dafür zu kämpfen ist wichtig. Die Welt mit den Augen einer Frau gesehen sieht anders aus als mit denen von Jens Spahn u.a. Männern.

Mit unserer Stimme bestimmen wir unsere Lebensbedingungen und die unserer Kinder. Wünschenswert wäre eine Gesellschaft in der Frauen und Kinder keine sexuelle Gewalt erleben und lebensbejahende Verhältnisse für jedes Kind zur Verfügung stehen. Die Verhältnisse sind aber nicht so.

Freue mich über eure Meinung.

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Kommentar
Name
Email
Website