Stimme und Befinden

Stimme und Befinden

Wir drücken durch unsere Stimme von Klein an unser Befinden aus. Ich schreibe ausdrücklich nicht unsere Gefühle, die sind bereits Interpretationen im Laufe unserer kognitiven Entwicklung. Meine Klientin erzählte mir, dass bis heute in ihrer Familie über ihr „Schreien“ als Kind negativ gesprochen wird. Was weh tut. Weil ein Baby schreit nicht ohne Grund. Was war mit ihr? Welches Befinden teilte das Baby mit?

Auch wenn wir Wörter lernen um uns mitzuteilen bleibt doch ein Teil des limbischen Systems in unserer Sprache. Der Ton macht die Musik, sagt der Volksmund. Also wie ich etwas sage ist sehr entscheidend dafür, wie das Gesagte beim Gegenüber ankommt. Spreche ich langsam oder schnell, leise oder laut, hoch oder tief? Und dann die ganzen Zwischentöne … unmöglich in Sprache zu fassen … hinzu kommt wieder der Unterschied von senden und empfangen, also die Interpretation des Gesprochenen, Geweinten, Gewimmerten, Geseufzten, Gestöhnten. Mimik und Gestik kommen dazu.

Tiefe Empfindungen, Befindlichkeiten kommen über die Stimme zum Ausdruck, finden über die Stimme eine Sprache.

Sprache ist eine Kulturleistung und wie alle Kulturleistungen bedarf es der Absprache, diese dient der Verständlichkeit des Gesprochenen. Da ich gerade in einem anderen Sprachraum bin, fällt mir das besonders auf. Wenn ich das Gesprochene nicht verstehe bin ich OUT. Selbst ein einfaches au hilft nicht, wenn ein Kind mich schlägt, ich muss ai sagen, dann merkt es erst, dass es mir weh tut.

Bemerkenswert, wieviel Stimme mit Körper zu tun hat. Dieses Foto wurde vom Blog selbständig ausgewählt … interessant

2 Kommentare
  • inge wolter
    Antworten
    Veröffentlicht am14:24, 22. Januar 2019

    liebe gabriele,du bist so weit weg,und doch auch nahe durch deinen blog! ich finde das super! die stimme ist auf jeden fall ein fenster zur seele, vielleicht noch mehr als ein blick in die augen. telefoniere ich mit meiner tochter,so höre ich bei den ersten worten wie sie gestimmt ist. ich habe das tönen immer sehr genossen,und versuche in meiner arbeit dafür raum zu schaffen.vor kurzem besuchte ich einen Workshop zum Thema tanztherapie,und es wurde ein ausatmen angeleitet mit fffff oder schschschsch-lauten.das hat mich doch sehr an die Physiotherapie erinnert… das Angebot beim ausatem die stiimme dabei sein zu lassen,erscheint mir sehr viel stimmiger,im wahrsten sinne des wortes! die reines prochaines sind wieder aktiv,erheben ihre weibliche stimme,ich gehe natürlich hin! es grüsst dich herzlich aus basel,inge

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