Das Ofenkind I – verstecken und weglaufen

Das Ofenkind I – verstecken und weglaufen

Hier die Doku zu einer fünftägigen Einzelarbeit mit dem besonderen Focus auf den sensomotorischen Raum. Das Fühlen und Spüren und die damit verbundenen Bewegungen. Welche Störungen gab es da im Freien Fluss der Lebensenergie, welche Kränkungen und Verletzungen und wie begegnen wir Ihnen in der Tanztherapie? Wieviel konnten wir sie in einem fünf Tageblock weiter bewegen und welche Verbindungen konnten wir bisher schaffen? Eine spannende Reise liegt vor Euch LeserInnen. Zuerst schreibe ich, dann die Klientin, so dass ihr in einen lebendigen Dialog eintauchen könnt und so life wie möglich die fein differenzierte HKIT Arbeit sichtbar wird. 

 

Der erste Tag 

GF:

Meine Klientin kam zu mir mit Schulterschmerzen, Touch for Health Lagerung, also seitlich gepolsterte Bauchlage. Unter meinen Händen verschwindet mit der Zeit der Atem, zieht sich nach innen zurück, vor allem im Brustkorbbereich. Das macht bei mir hands off.

Meine Frage nach erlebten Übergriffen führt die Klientin in verschiedene Erinnerungsstufen mit Familienmitgliedern. Sie erinnert auch dieses körperliche Vorgeführt, Angesehen und Kommentiert werden durch die Eltern, das ihr bis heute zu manchen Körperregionen einen schlechten Bezug gib.

Dann erzählt sie eine schier unglaubliche Geschichte, wie sie sich schon früh hinter dem Ofen bei der Tür verkroch und niemand merkte es, das ging so lange, bis die Familie aus der Wohnung auszog, da war sie 12. In dem Alter hatte sie schon große Mühe sich in den kleinen Raum zwischen Kachelofen und Wand  zu quetschen, total zusammengezogen verharrte sie da jahrelang für Stunden, ohne Atem oder Bewegung.

Zurück in unserer realen Situation liegt sie in Bauchlage vor mir, der Atem ist so flach, so dass er nicht spürbar ist im Lungenbereich, eine ihrer Hände hält meine Hand. Mit der anderen Hand berühre ich den Bereich Rhomboideus, zwischen Schulterblatt und Wirbelsäule. Mein Impuls ist ein seufzender Ausatem und eine öffnende Bewegung, mit der sich die K. auf den Rücken dreht.

Ich spreche davon. Sie bleibt in ihrer Position, das Gesicht nach unten und geht in Kontakt mit ihrem Inneren Mädchen, holt das leblose Kind hinterm Ofen hervor. Hält es. Das Kind reagiert nicht. Ich bin froh, dass schon so viel möglich ist. Die K. spricht davon, wie schwer ihr das fällt und erinnert sich, wie sie immer wieder vor dieser Situation weg lief. Sie spricht davon, in welcher tiefen Schicht sie da gelandet ist. Das ist genug für heute. 

 

Teaching:   Sensomotorischer Raum = Heilungsraum

Bruce Lipton: Alpha, Tetha oder Delta Gehirnwellen führen uns in die Körperebene, die Heilung ermöglich, die Zellmembranen werden wieder durchlässig. Durch den Atem gesetzte Blockaden können sich lösen, ein Aufatmen leitet diesen Prozess ein. Die mentale Ausrichtung ist an diesem Heilungsgeschehen genau so beteiligt wie der sensomotorische Raum, den ich in seiner angespannten Verletzung unter meiner Hand spüre. Ich nehme die Hände weg um die K. nicht zu retraumatisiere, weil ich keinen Dialog spüre mit dem Gewebe. Die zweite Hand der Klientin zeigt mir, ihr Vertrauen und dass ich trotzdem bleiben soll, auch wenn es noch wer weiß wie lange dauern wird, bis der Rhomboideus antwortet und sich das Angsthalfter um den Brustkorb allmählich lösen wird. Die K. spricht von Todesnähe, die sie jetzt spüren kann und die auch als Kind da war.

 

Klientin:

Es ist unglaublich für mich, denn bei jeder körperlichen Berührung stoppt mein Atem just in diesem Moment und sobald die körperliche Berührung endet fließt der Atem wieder.

Schlimm für mich als Kind ständig negativ kommentiert, lächerlich gemacht und wie vorgeführt zu werden. Das ist keine Elternliebe, das war mir als kleines Kind bereits klar!

Und mein inneres Kind war bei der Berührung von GF wie tot und ohne jegliches Leben und alles schmerzte und war berührungsempfindlich. Wir entdeckten einen dicken Klumpen im Brustmuskel, Stau und Festhalten im Gewebe. Je mehr wir dem Aufmerksamkeit, Liebe und Zuwendung schenkten löste es sich langsam und es kam frischer, gesunder und entspannter Atem!

Es ist interessant, dass lange Zeit und viele Jahre nach der Aufarbeitung der Kindheitsverletzungen, ich auch heute immer noch bei Nähe und Gesehen werden die Impulse in mir spüre mich zu verstecken oder wegzulaufen.

Das Entdeckungspotential liegt im da Bleiben und weiter Forschen … ich freue mich darauf!

 

 

 

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Kommentar
Name
Email
Website