Höhle und Wasser 2018 – 1.Tag

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Höhle und Wasser 2018 – 1.Tag

Fortsetzung
Der erste Tag: die Hamer Felsen und JuraWasser in Bad Urach

Nehmt euren Atem mit sagt Elke Wagner vor dem Gang auf die Hamer Felsen; und mein Atem bringt mich zu den Flüssigkeiten in mir. Ich bin irritiert; kenne ich bisher das Plätschern der Düssel und des Silberbachs durch mein Kreuzbein, aber Atem und Flüssigkeitsebene??? Mein Kopf setzt ein: ach ja, ich atme und in den Lungenbläschen wechselt der Sauerstoff in die roten Blutkörperchen und so fließt der Atem mit dem Blut in jede einzelne Körperzelle – so ist das also!
Unter meinen Füßen die erdige Humusschicht der Buchenblätter.
Wir tanzen auf dem hinteren Felsen. Mich zieht es sofort wieder zur Erde, mein Kreuzbein, meine Lenden- und Brustwirbelsäule, meine Flügelchen auf den Steinen spüren, leise bis etwas größere Bewegungen, Unebenheiten die mein Körper mag, unter mir das Alter dieser Steine, über mir das Blau, die Unendlichkeit, Zeitlosigkeit des Himmels mit den Wolken von heute, das Rot der Hagebutten, der Lärm der Straßen aus dem Tal.

Im JuraWasser der Uracher Therme. Kaum bin ich dort fühle ich mich wieder wie diese wabernde einzellige Urmasse, lebend – verbunden – im Meer; achte auf deinen Atem: da spüre ich den Entwicklungsschritt vom Leben im Wasser hin zur Abhängigkeit von der Luft, der Atemluft, dem Sauerstoff – ein Getrenntsein.
Was fühle ich im Körper? Auch ein Getrenntsein – die Haut als Grenze. Über den Atem bin ich weiter in Verbindung mit meinem fließenden Blut, den Flüssigkeiten in mir, wie heute morgen ‘an Land’, aber da ist die Haut, zwischen dem Wasser um mich herum und dem Wasser in mir.
Ich lasse mich einfach nur tragen von Susanne, wenig Tanz, wenig Bewegungsimpulse, einfach nur Getragen werden, und ich falle in eine tiefe tiefe Trance.

Ich komme erst spät in den Schlaf in dieser Nacht, mein Körper ist hellwach, es pulsiert, es kribbelt; ich spüre nach und mir wird klar: meine Haut ist nicht Grenze sondern ich weiß noch nicht das richtige Wort dafür… Außen: Wasser – flüssiges – Wasser eben; Innen: mein Körper, auch Flüssiges, aber eher wie ein Schwamm, feucht in den ‘festen’ Bestandteilen, auch Blut fießend in den Adern, kleinsten Äderchen, Zellflüssigkeiten, ach ja, auch uriniges in Niere und Blase.
Und dazwischen meine Haut.
Dann scheine ich schlafend zu wühlen und zu arbeiten, morgens stehen meine Haare zu Berge.
Gesine Bahn

2 Kommentare
  • Renate Barbara Balzer
    Antworten
    Veröffentlicht am8:29, 6. Oktober 2018

    Danke liebe Gesine für dein gespürtes Körpererleben-Erzählen… da atme und wässer ich gleich mit… wow….
    Soooo wertvoll, was du erlebt hast, für mich . Kommt gefüllt bei mir an.
    Danke von Herzen für dein Teilen, liebe Gesine 💕

    Danke auch an dich, liebe Gabriele für deinen Kommentar. Jaaa, so ist Kunst auch für mich… so wie ich DD erlebt habe und erlebe….. einfach ganz präsent sein… Es zeigt sich, was sich beatmet zeigen mag…

    Liebe DD Grüße aus Aurich, meiner neuen Heimat… die ich mir jetzt ertanzen werde. Doch erstmal ankommen.. mich beatmen, damit ich wieder Spielräume zwischen und in meine Zellen bekomme.

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