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Ich hatte einen Traum PDF Drucken E-Mail

Festschrift von G.F. zum 10jährigen Bestehen der Tanzheimat Inzmühlen


In meinen ersten Jahren als Bauchtänzerin träumte ich von einer tanzenden Flamme, die warmes, gedämpftes Licht verbreitet und umso genauer ich hinschaute, umso besser konnte ich im Züngeln und Tänzeln der Flamme die Bewegungen meines Körpers als Bauchtänzerin wiederfinden und so ganz allmählich konnte ich spüren wie ich selbst zur Flamme wurde, die sich hin und her wiegte, nach oben schlängelte oder zur Seite drehte. Das Strömen und Fließen ließ mich mit der Kraft des Feuers verschmelzen.

In jenem Augenblick war mir klar, welche Aufgabe ich als Tänzerin übernommen hatte. Tanzen, damit das Licht nicht ausgeht in der Welt und das Feuer der Beweglichkeit genährt wird unter den Menschen. Das war eine gewaltige Verantwortung für mich als Einzelne, wie sollte ich sie bewältigen? Ich konnte nicht 24 Stunden am Stück tanzen und das jeden Tag, jede Nacht, ein Leben lang? Da veränderte die Flamme erneut ihre Gestalt. Sie glich jetzt nicht mehr so sehr mir, sondern nahm die Gestalt der unterschiedlichsten Tänzerinnen an, mit denen ich je getanzt hatte und in Zukunft noch tanzen würde. Ich spürte, wie andere Tänzerinnen die Aufgabe mitübernahmen, die Welt zu bewegen, zu erwärmen und zu erhellen. Die Menschen brauchten dieses Geschenk. Wir Tänzerinnen brachten es ihnen mit dem Feuer der Liebe.

Dieses Bild nahm ich im Herzen mit in meine Kurse, nach Grube Louise im Westerwald und in alle anderen Tanzräume, in denen sich die HKiT® entwickelten und immer waren viele Tänzerinnen um mich, die mir Mut machten, meinem Traum zu folgen. Elke Wagner kam mit 23 Jahren als Studentin zu mir. Stefka Weiland als frischgebackene Gesellin im selben Alter. Beide sind mir sehr wertvolle Nachfolgerinnen geworden, waren sie doch maßgeblich an der Realisierung meines Traumes beteiligt und vor 10 Jahren war es dann wirklich so weit: Die HKiT® hatten eine Heimat im Seevegrund gefunden.

Ein Haus der Wandervögel, gebaut für Musik und Tanz. Viele Tänzerinnen haben hier in den letzten 10 Jahren finden können, was ihnen oft auf traumatische Weise verloren gegangen war: Ihre Heimat im Körper. Die wärmende Flamme, die ich einst sah, wurde geschürt durch den Tanz und seine heilsamen Kräfte vieler Tänzerinnen, die hier in der Tanzheimat neuen Mut und neue Kraft schöpfen konnten und weiter und weiter schöpfen können.

Wie wichtig Frauen für diese Gesellschaft sind, können wir an der öffentlichen Wertschätzung von Frauen und ihrer Arbeit in Familie und Beruf nur schwerlich erkennen. Deshalb ist es so enorm wichtig, dass wir Orte schaffen wie die Tanzheimat. Orte, die uns unseren Wert, unsere eigene Wertschätzung ermöglichen. Dafür brauchen wir die Tanzheimat, unser Lebensfeuer zu stärken und wieder kraftvoll unser Leben tanzen zu können, auch nach schwersten Verletzungen, Zurückweisungen und Entwürdigungen.

Ich wünsche diesem Projekt mehr und mehr Männer und Frauen, die diese soziale Resource der Tanzheimat Inzmühlen erkennen, wertschätzen und unterstützen. Zum Erhalt und Ausbau dieses besonderen Kraftortes gibt es seit einigen Jahren die Stiftung HKiT® und ihren Freundeskreis, in dem engagierte Menschen sich als SponsorInnen oder MitstifterInnen eingebracht haben und einbringen können.

Vergelt‘s Gott allen, die mit Kopf, Herz und Hand die Geschicke der Tanzheimat die letzten 10 Jahre so günstig gelenkt haben, dass wir auch den kommenden 10 Jahren freudig entge-gensehen können. Vorne dran Stefka Weiland, Elke Wagner, Barbara Martini und alle Spon-sorinnenKulturcafe der Tanzheimat. Wir werden auch weiterhin auf ein Netzwerk von Förde-rInnen und MitstifterInnen angewiesen sein, die diesen Traum Tanzheimat Inzmühlen mit uns gemeinsam tanzen und freuen uns auf ein weiteres Jahrzehnt voll Musik und Tanz. G.F.
 
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