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Allgemeines zum Tanzstudium

Dancing Dialogue Studiengang G.F. am Insitut HKIT, Inzmühlen

Dozentinnen
G.F.: Künstlerische Leitung der Ausbildung, Projekte, Performances, Installationen
Stefka Weiland: Bewegungstrainings, Stimmarbeit, Musik


Das Tanzstudium
Für mich ist es eine gute Zeit. Ich bekomme Auftrieb. Es ist spannend mit den „neuen" Frauen zu tanzen. Begegnungen, gemeinsam ausprobieren, mich auf das Neue mit Freude und Liebe einlassen, einen neuen Raum entstehen lassen . ... Was sich bei mir neu weiterentwickelt ist, das Sehen. Ich schaue anders durch Dancing Dialogue ...

Helga Eckhoff-Havenstein

Das Abenteuer sich zu begegnen. Tänzerinnen die zum ersten Mal in der Gruppe sind treffen auf Tänzerinnen die seit 10 Jahren dazugehören und Dancing Dialogue entscheident geprägt haben. Spannungsfelder, Begegnungsräume und Bewegungsebenen die sich da eröffnen. Tanz der zum Spiel wird mit dem Kräften die uns bewegen, denen wir eine Form geben in unseren Performances und Grenzen die wir überschreiten in Räume hinein, die wir nicht ermessen können. Begegnungs- und Erfahrungs- und Entwicklungsräume für uns, die wir performen. Begegnungs- und Erfahrungs- und Entwicklungsräume für Menschen, die sich als unser Publikum einfinden und die wir immer wieder zu diesem Spectakel gerne einladen.

Lernziele? Nun, es geht darum reif zu werden für die Bühne. Ausgehend von den persönlichen Befindlichkeiten sich selber nicht mehr so wichtig zu nehmen und als Teil eines großen Ganzen zu wirken. Das klingt gefährlich und ist es auch. Da ist das Thema Individualität und Gruppe und da beginnt der Tanz in der Bewegung dieser unterschiedlichen Pole aufeinanderzu und voneinander weg.

Wie geht es, als Performancegruppe eine Friedenspinnstube zu eröffnen, zu stricken, zu filzen an dem, was wir Frieden nennen und diese Utopie lebbar werden zu lassen in der Bewegung mit unseren Familien, unseren Freunden und Bekannten unseren Nachbarn, den Nächsten und so auszustrahlen in unser näheres und weiteres Umfeld. Uns einmischen dort wo Unfrieden ist. Uns begegnen und uns bewegen, bis wir den Dreh heraus haben und die Kräfte des Lebens uns nicht mehr feindlich gegenüberstehen sondern unsere Verbündeten und Freunde geworden sind, mit denen wir gerne dies und das unternehmen und wagen, alleine oder in der Gruppe.

Dieser Prozess der Formgebung, im Umgang mit den Kräften des Lebens, die uns nach vorne und nach hinten, nach links und nach rechts bewegen, das ist die Performance, die eine Bühne mit wirklichen Energien zum Leben erweckt, da wird nicht so getan als ob, nein, da ist es wirklich so, da treffen Kräfte aufeinander, von Tanzenden und Zuschauenden, da wirkt Geschichte und Gegenwart, es öffnen sich Fenster in die Zukunft für deren Gestaltung wir mitverantwortlich sind in unseren Bewegungen des sozialen Tanzgeschehens, das Dancing Dialogue initiert.

Diese Lernziele in kleine Schritte zu operationalisieren, sie tanzbar, gehbar, erreichbar zu machen, damit beschäftigen wir uns im Tanzstudium Dancing Dialogue jetzt seit 10 Jahren. Wir haben Dancing Dialogue Handwerkszeug entwickelt, das wir üben und anwenden lernen. „Körperlichkeit und Räumlichkeit bedingen einander", sagte Eduardo Chillida und damit öffnen sich die Tanzräume von Innen und Außen und ein rießiges Erfahrungs- und Ausprobierfeld im Dialogue zwischen den am Tanz beteiligten Räumen und Zeiten.

Arbeiten am Friedenstanz, Übungen und Seminare

Die individuellen Bewegungsmuster der Tänze jeder einzelnen Tänzerin entwickeln und ihnen mit Handwerkszeug Dancing Dialogue Bühnenreife verleihen

Arbeit an der tänzerischen Persönlichkeit - Wie wirke ich auf der Bühne? Anmut und Schönheit oder Ausstrahlung und Beweglichkeit? Was ist wichtig um mit Dancing Dialogue auf die Bühne treten zu können. Literatur: John Berger, Sehen

Sehen und Gesehen werden - Ein Sehtraining

Im Kontakt mit der anderen Wirklichkeit die Scheu verlieren mit dem eigenen Lebenstanz die Bühne zu betreten. Zu offen, zu nahe, zu verletzlich, zu ... oder gerade richtig so.

Der Bühnenraum als Feld auf dem sich in dem Augenblick der Performance die Energien bündeln und Gestalt annehmen, die wir Tänzerinnen mit unseren Bewegungen rufen. „Performance braucht reale Energien ..." Literatur: John Berger, Das Feld, Studienmaterial DD

 Die Kamera, der Film, die Installation, der Tanz - Begegnungen der Künste

Kontakträume der Tänzerinnen, Klangräume, Bewegungsräume, Freiräume, gemeinsame Räume, Tanzräume, Lebensräume, lebbare Räume, geteilte Räume, Zeiträume, soziale Räume. Räume füllen, zum Überlaufen bringen. Bewegen und bewegt werden.

Vorbereitungen auf Katowice. Polen. Auschwitz. Krieg und Frieden. Deutschland und Polen. Persönliche Verwicklungen. Der aktuelle Stand der Beziehungen unter den Ländern. Planung vom Workshop 2010.

Entwicklungsarbeiten am Katowiceprojekt, Sponsorensuche, Dreharbeiten, Tänze vor Ort

Lehrgespräche und Vorlesungen

Die Lehrgespräche dienen der Verortung in der künstlerischen Szene und dem Aufbau einer künstlerischen Persönlichkeit. Dancing Dialogue ist nicht nur eine Tanzausbildung im herkömmlichen Sinne. Es ist viel mehr, hier geht es um Beziehung der Künste untereinander und hier hat der Tanz schon immer eine herausragenden Vermittlerrolle inne gehabt. Ob die Lehrgespräche nun in dieser Reihenfolge stattfinden werden, das bleibt dem biodynamischen Prozess der Gruppe überlassen. Meist werden diese Gespräche über die Ausbildungszeit verteilt immer wieder fortgesetzt und aufgegriffen, da es sich ja um Forschungs- und Entwicklungsthemen handelt, die nicht abgehakt werden können sondern immer wieder überprüft und bedacht sein wollen in der individuellen Entwicklung jeder einzelnen zu Dialogischen Künstlerin.

Die Compagnie
Immer wieder scheue ich mich, diesen doch militärisch geprägten Begriff für unsere Tanzgruppe zu verwenden, nun ja, der Sprachgebrauch ... . Wir finden das Wort auch in der Wirtschaft, eine Compagnie, & Co. steht da, Compagnio, ein Freund? Eine Freundin? Auf jeden Fall eine Person, mit der wir etwas zusammen unternehmen, eine Compagnie, mehrere Personen, mit denen wir uns zusammen bewegen, tanzen, Musik machen, ein friedvolles miteinander pflegen. Das was wir auf der Bühne zeigen erproben wir in unserer Compagnie erst einmal selber und wir arbeiten daran, dass es später auf der Bühne sichtbar wird.

Dieser unbedingte Bezug zum eigenen Körper, dieses ganz in der eigenen Präsenz sein, bei sich sein, angekommen sein, bevor wir uns begegnen im Dialog zu zweit, zu dritt, zu vielen. Uns nicht verlieren und doch uns zuwenden, uns zumuten, uns einbringen, beitragen, mittun, mitgestalten an der Sozialen Skulptur, wie das Josepf Beuys nennt.

Tanz ist für mich eine soziale Skulptur. Hier kann soziales Leben in einem Freiraum geübt werden. Hier kann spielerisch erfahren werden, welche Kräfte uns und die anderen Bewegungen und wie wir diese Kräfte auf eine Reihe bringen, in einem gemeinsamen Raum tanzen können und ein lebenswertes Gemeinsames zusammen gestalten können. Eine Compagnie werden eben.

Was gibt es wichtigeres, wenn wir uns leben und selbst verwirklichen wollen, also in Harmonie mit dem Umunsherum wachsen zu können?
Man muss doch mit den Leuten auskommen,
sagt meine lebensweise Mutter mit 85 Jahren und Stefka Weilands Großmutter gleichen Alters meint:

Die Menschen änderst Du nicht, also fange bei Dir selbst an.
Mit diesen Zitaten, die Ihr gewisslich durch Lebensweisheiten Euerer AhnInnen ergänzen könnt, wünsche ich Euch eine gesegnete Zeit in der Compagnie Dancing Dialogue und ein gutes Vorankommen mit den Friedenstanzmachenschaften Katowice in Polen.